Neue Sachlichkeit in der Energiewirtschaft

Neue Sachlichkeit in der Energiewirtschaft

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Neue Sachlichkeit in der Energiewirtschaft



Die Diskussion um die Zukunft der Energiestrukturen war ja in den letzten Jahren zunehmend von Ideologie und damit einhergehend von Emotionen geprägt. Bevormundung, Umerziehung und Abkassieren für sachfremde Ziele waren oftmals die Motive. Sie haben die Diskussionen um den richtigen Weg im Rahmen des allgemein anerkannten Zieldreiecks "Umweltverträglichkeit, Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit" immer wieder gebremst und oftmals in die falsche Richtung, gar in die Irre geleitet. Da tut es gut, dass einige weltweit sehr beachtete und von vielen als hoch kompetent angesehene Organisationen sich in neuer Sachlichkeit zu Wort melden.
So hatte bereits im April der 5. Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) nach der Reform des Gremiums und dessen Arbeitsweise unter dem maßgeblichen Einfluß von Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Co-Vorsitzender der wichtigen Arbeitsgruppe III und Vorstand und stellvertretender Leiter des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung auf verschiedene bisher verpönte aber offensichtlich künftig erfolgversprechende Techniken zur Reduzierung von Klimagas-Emissionen hingewiesen. Dazu gehört die Förderung von unkonventionellem Gas ebenso wie die Anwendung der CCS-Technologie (Abscheidung der Treibhausgase in der Freisetzungsphase) mit Zwischen- bzw. Endlagerung von CO2 und anderen Treibhausgasen, der Ersatz alter Kohlekraftwerke durch hocheffiziente gasbetriebene kombinierte Blockheizkraftwerke und auch die Aufforderung der Wiederaufforstung gerodeter Waldflächen zum Zwecke der CO2 Rückholung aus der Atmosphäre. Bei allen Maßnahmen weist der IPCC - Bericht immer auch auf die Nachteile und im Einzelfall noch nicht zufriedenstellend gelösten technischen Probleme. Gerade in Bayern wird hinsichtlich der Waldflächen auch von Experten zunehmend hinterfragt, ob die jährlichen Jubelmeldungen der Forstverwaltung über steigende Erträge mit nachhaltiger Bewirtschaftung in Einklang stehen.

Der im Juni veröffentlichte "World Energy Investment Outlook" Special Report der iea (International Energy Agency, Paris) beklagt, dass die derzeitigen Anstrengungen nicht ausreichen, um genügend Investitionen anzureizen, damit das 2 °C Ziel zur Begrenzung der Klimaerwärmung eingehalten werden kann. Andererseits setzt die Agentur auf die Hoffnung, dass bei der UN Klima Konferenz 2015 in Paris eine neue Übereinkunft für einen Entwicklungspfad für das 2 °C Klimaziel erzielt werden kann.
Dazu müssten bis zum Jahr 2035 kumulativ 53.000 Mrd. US$ - also 2.650 Mrd. US$ entsprechend ca. 1.950 Mrd. € p.a. - in die moderne Energieversorgung und in die Steigerung der Energie-Effizienz investiert werden. Mit Investitionen über 14.000 Mrd. US$ könnte gemäß iea der Energieverbrauch bis 2035 spezifisch um ca. 15 % gesenkt werden. Etwa 39.000 Mrd. US$ sind notwendig, um das Energieproduktions- und -versorgungssystem von überwiegend fossiler Energie auf CO2-freie Energien umzubauen. Dazu wäre in Kauf zu nehmen, dass schon getätigte Investitionen über etwa 300 Mrd. US$ als gestrandet (also obsolet) anzusehen sind. Dabei würden nach Einschätzung der iea die finanziellen Belastungen umso geringer, wenn auch in Zukunft noch fossile Energien im Einsatz bleiben könnten und die Anwendung bereits heute bekannter und erprobter Technologien wie CCS im Zusammenspiel mit Lagerung zur Anwendung kämen. Vermieden würde dadurch vor allem auch die vorzeitige Abschaltung jüngerer Erzeugungsanlagen vor Ablauf der technischen und wirtschaftlichen Nutzungsdauer und damit für die Firmen ertragsschmälernde Abschreibungen. Hohe Erwartungen knüpft die iea auch an den künftig verstärkten Gaseinsatz - weltweite Reserven bei heutigem und für die Zukunft bereits jetzt prognostizierten Verbrauchsanstieg für über 200 Jahre. Der Anteil von Flüssiggas wird dabei kräftig weiter ansteigen. Das macht im Übrigen deutlich, dass viele Regionen - auch Deutschland - Vorteile bei der Diversifizierung ihrer Gasbezugsquellen haben werden, wenn endlich in die Errichtung von LNG-Anlandeterminals in Tiefwasserhäfen - z. B. Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven - investiert würde.

Interessanterweise entsprechen viele Grundannahmen und Betrachtungen der iea auch den Thesen des ehemaligen Chefvolkswirt der Weltbank und heutigen Chefökonomen der Britischen Regierung Prof. Nicholas Stern, die dieser im bereits im Oktober 2006 in einem umfassenden Bericht veröffentlicht hatte.


14. Juli 2014 / Klaus Breil

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