Energiepreise unter Druck

Energiepreise unter Druck

Energiepreise unter Druck

Energiepreise unter Druck neue Gefahr für Versorger

Seit einiger Zeit ist das gesamte Energiepreisspektrum unter Druck und gibt teilweise kräftig nach. Das müsste für die leidgeprüften Verbraucher und die Gewerbetreibenden eigentlich eine gute Nachricht sein und Vorbote von Preissenkungen auch auf der Absatzseite. Aber bisher werden solche Erwartungen, außer bei den Heizölpreisen, nicht erfüllt.

Gerade bei Strom, die Hauptsorge der Abnehmer, ist die Lage von anderen Faktoren geprägt. Eine Studie einer bedeutenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft (PwC) kam schon vor wenigen Monaten zu dem Ergebnis, dass der Verschuldungsgrad von etwa einem Viertel der kommunalen Energieversorger, die einen weiter ansteigenden bedeutenden Anteil am deutschen Strommarkt bedienen müssen, einen "zunehmend kritischen Grenzbereich" erreicht hat. Selbst wenn diese Unternehmen, für sich allein betrachtet, lange Zeit auskömmliche Erträge erwirtschaften konnten, so wurden sie vielfach dennoch ausgezehrt. Denn sie mussten mit steigender Tendenz oftmals die Defizite anderer Bereiche ihrer Stadtwerke-Muttergesellschaften ausgleichen, etwa bei ÖPNV- und Bäderbetrieben. Und das heißt im Umkehrschluss, dass schon seit längerer Zeit vielfach nicht mehr genügend Mittel zur Stärkung der Eigenkapitalbasis bereitgestellt werden konnten. Insofern ist eher mit einer sehr zögerlichen Weitergabe von Preisvorteilen aus dem Einkauf von Strom zu rechnen - wenn überhaupt.



Ein anderes strukturelles Problem könnte dem auch entgegenwirken. Denn wir nähern uns saisonbedingt wieder dem Zeitraum höherer Spotpreise an den Strombörsen bedingt durch im Herbst und Winter oftmals geringere Erneuerbare-Energien-Produktion. Das hat Auswirkungen auf die Einstandskosten solcher kommunaler Versorger, die einen hohen Anteil von Strom an den Spotmärkten beziehen. Wenn das deutlich mehr ist, als nach dem Vertragslaufzeiten-Profil der Kundschaft angemessen wäre, können die zu beobachtenden Preisrücksetzer an den Terminmärkten auch nicht vollumfänglich an die Kunden weitergegeben werden. Die Konkurrenten am Markt, die über eine ausgeglichene Fristenkongruenz bei Einkauf und bei Absatz verfügen, haben Wettbewerbsvorteile. Und dieser Wettbewerb könnte in nächster Zeit schärfer werden.



Bei professionellem Management von Stromerzeugern und Stromverteilern werden erfahrungsgemäß 70 bis 80 % des Bedarfs an den Terminmärkten der Börsen mit Fristen bis zu 4 Jahren vorgekauft. Und bei der derzeitigen Struktur liegt der Strompreis am Ende dieser Frist um bis zu 10 % unter dem aktuellen Niveau.



Aus unterschiedlichsten Gründen sind in letzter Zeit einige Stadtwerke bereits, teilweise recht spektakulär, in Schwierigkeiten geraten. In einigen Fällen gab es Konkurse mit der Folge der Insolvenz und Betriebseinstellung. Mit den Stadtwerken Gera fing es an und Wanzleben ist der letzte bekannt gewordene Fall. Auch die Forderung nach einem Rettungsschirm für in Not geratene Stadtwerke wurde bereits erhoben. Bleibt zu hoffen, dass die kommunalen Versorger, wie die Wettbewerber aus der Industrie, sich auf ihre Hausaufgaben besinnen und effizientes Controlling durchführen und die Gesetze der Fristenkongruenz beachten. Wer dagegen verstößt, sei an die Finanzwirtschaft erinnert, in der Verstöße immer wieder zu großen Schieflagen und Krisen geführt haben.

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