energate-Interview mit Klaus Breil

energate-Interview mit Klaus Breil

energate-Interview mit Klaus Breil

energate-Interview mit Klaus Breil

Die Energiewende ist ein großes Wahlkampfthema. Die führenden Energiepolitiker der Bundestagsfraktionen haben energate im persönlichen Gespräch Rede und Antwort gestanden - für die FDP, Klaus Breil, energiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

energate: Herr Breil, wie beurteilen Sie den Stand der Energiewende?
Breil: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Weitere Steigerungen der EEG-Umlage sind den Bürgern und der Wirtschaft nicht zumutbar. Es gibt ein deutliches Missverhältnis zwischen der EEG-Förderung und dem Stromergebnis. Das Strommarktdesign muss überarbeitet werden. Dabei muss es zu mehr Markt kommen.

energate: Brauchen wir ein Energieministerium?
Breil: Wir brauchen kein Energieministerium. Die Energiepolitik muss im Bundeswirtschaftsministerium zusammengefasst werden. Ein Energieministerium müsste von fünf anderen Ministerien Aufgaben an sich ziehen. Das wäre nicht praktikabel.

energate: Wie sehen Sie die Entwicklung der Energiepreise?
Breil: Die EEG-Umlage darf nicht weiter steigen. Der derzeitige Einspeisevorrang muss durch eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle Lösung, die auf regionale Bedarfe Rücksicht nimmt, abgelöst werden. Für Altanlagen muss es Bestandsschutz geben.

energate: Vielfach wird kritisiert, dass der Ausbau der Erneuerbaren aus
dem Ruder läuft. Wo muss angesetzt werden?
Breil: Die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass Energie nicht dort erzeugt wird, wo sich Subventionen abgreifen lassen, sondern dort, wo sie gebraucht wird. Also Windenergieanlagen dort, wo die Windhöffigkeit hoch ist, Fotovoltaikanlagen da, wo die Sonne scheint.

energate: Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Bausteine einer
EEG-Reform?
Breil: Ideal wäre ein kompletter EEG-Ausstieg. Grundsätzlich plädieren wir für ein technologieoffenes Mengenmodell. Zum Einstieg kann ich mir ein Auktionsmodell vorstellen. Von Anbeginn muss aber klar sein: Bei allen Erneuerbaren, die heute schon ohne Förderung auskommen können, muss die auch eingestellt werden. Das gilt für die Fotovoltaik und das gilt für Onshore-Wind in vielen Regionen. Förderung bis zur Erreichung der Marktreife sollen die Erneuerbaren erhalten, die in der Lernkurve am Anfang
stehen, etwa Offshore-Anlagen.

energate: Ist der Netzausbau auf dem richtigen Weg?
Breil: Das Bundesbedarfsplangesetz ist verabschiedet und muss bürgerfreundlich umgesetzt werden. Die nächste Hauptaufgabe ist das Verteilnetz. Sie fällt umso leichter, je mehr Speichertechnologien für die Wohnungs- und Gebäudewirtschaft entwickelt werden.

energate: Welche Rolle sollen Kohle- und Gaskraftwerke bei der
Grundversorgung spielen? Brauchen wir Kapazitätsmärkte?
Breil: Kohlekraftwerke werden in Richtung des Ziels, 2050 80 Prozent Erneuerbaren-Strom zu haben, eine immer geringere Rolle spielen. Gas ist hingegen ideal zum Ausgleich der volatilen Erneuerbaren-Erzeugung. Blockheizkraftwerke werden einen erheblichen Teil der Stromerzeugung übernehmen. Aus meinen Gesprächen mit der Industrie habe ich den Eindruck, dass über 10.000 KWK-Anlagen entstehen können. Kapazitätsmärkte würden so
nur in geringem Umfang und für einen überschaubaren Zeitraum regional gebraucht werden. Breit aufgestellte Kapazitätssubventionen würden der Forderung nach mehr Markt widersprechen.

energate: Was muss beim EU-Emissionshandelssystem passieren?
Breil: Das Backloading ist Teufelszeug. Die CO2-Zertifikate müssen ja doch irgendwann auf den Markt. Wir haben uns für ein marktwirtschaftliches Instrument entschieden. Nicht genehme CO2-Preise sind kein Grund, den Markt abzuschaffen.

Eine Erläuterung zu den Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen beim Strompreis finden Sie hier und hier ein Interview zur Energiewende.

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